Zimbergstrasse 21 bis 29, fünf Parteien, Abrechnungen 2014 bis 2025. Im Juni 2023 lief der Ölbrenner das letzte Mal, ab Oktober lief die Erdsonde. Was das gekostet hat — und was davon gar nichts mit der Heizung zu tun hat.
Verglichen werden die neun vollen Öljahre 2014–2022 mit den beiden vollen Erdsondenjahren 2024–2025. «Wärmekosten» meint die Heiz- und Anlagekosten — Energie plus Unterhalt der Heizung, ohne die allgemeinen Nebenkosten, die mit dem Heizen nichts zu tun haben.
Die letzte Zahl ist eine Modellrechnung mit zwei Lesarten. Zu den tatsächlichen Ölpreisen von 2024 und 2025 wären 9'035 CHF mehr angefallen; rechnet man stattdessen mit dem Durchschnitt der Ölzeit 2014–2022, sind es 6'459. Beide Werte stehen im Diagramm rechts.
Das teuerste Öljahr kostete 1'912 CHF pro Haus, das teurere der beiden Erdsondenjahre 679 CHF.
Modellrechnungen, keine Abrechnungen. Die kräftige Kontur bewertet den Wärmebezug mit dem Marktpreis des jeweiligen Jahres — 104.58 und 95.94 CHF je 100 Liter laut BFS — und rechnet 5.77 kWh je Liter sowie 635 CHF Brennerunterhalt pro Jahr. Die dünne Kontur ist die konservative Variante zum Schnitt der Ölzeit.
Der Wärmezähler misst, was in den fünf Häusern ankommt — bei Öl wie bei Erdsonde dieselbe Grösse. Ob ein Jahr viel oder wenig Wärme braucht, entscheidet deshalb vor allem das Wetter. Die Frage dieses Kapitels: Ist 2025 ein Ausreisser der neuen Heizung, oder war es schlicht ein kaltes Jahr?
2025 war mit 3'831 Heizgradtagen das drittkälteste der zwölf Jahre, 2022 mit 3'370 das mildeste.
Meist laufen die Linien parallel — das Wetter erklärt den Verbrauch weitgehend. Zwei Jahre scheren aus: 2022 lag der Wärmebezug 14.5 Punkte unter dem, was das Wetter erwarten liesse — der Winter der Energiekrise, in dem spürbar gespart wurde. 2025 liegt er 8.6 Punkte darüber.
Die Erdsondenjahre liegen mitten in der Punktwolke der Ölzeit. Wärmebezug je Heizgradtag: 11'086 Wh in der Ölzeit, 11'248 Wh mit Erdsonde — ein Unterschied von 1,5 % und damit kleiner als die Streuung zwischen zwei beliebigen Öljahren.
Ölzeit 1.74 CHF je Heizgradtag, Erdsonde 0.90. Die beiden Diagramme nebeneinander sind das Ergebnis dieser Auswertung in einem Bild: gleicher Bedarf, halbe Kosten.
In jeder Abrechnung steht ein Preis pro Kilowattstunde. Er ist niedriger als der wahre, weil er nur den Verbrauchsanteil von 70 % der Heiz- und Anlagekosten enthält; die übrigen 30 % laufen als Fixkosten separat. Für Vergleiche über die Jahre taugt nur der Vollkostenpreis: Heiz- und Anlagekosten geteilt durch bezogene Kilowattstunden.
2022 stehen 0.110 in der Abrechnung, tatsächlich kostete die Kilowattstunde 0.157. Der teuerste Wert der Reihe ist 2021 mit 0.200, der günstigste 2025 mit 0.071.
Auf der Jahresrechnung stehen drei Blöcke: Verbrauchskosten, Fixkosten und Nebenkosten. Nur die ersten beiden sind die Heizung. Die Nebenkosten enthalten Wasser und Abwasser, Gebäudeversicherung, Heckenschnitt, Verwaltung und Bankspesen — und in einzelnen Jahren grosse Einmalposten.
Ohne diese drei Posten läge die Rechnung 2025 bei rund 1'038 CHF pro Haus statt bei 2'163 — und damit unter dem Schnitt der Ölzeit von 1'556.
Fünf Reiheneinfamilienhäuser, aber kein gleicher Verbrauch: über zwölf Jahre liegen zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Bezug rund 38 %. Geführt werden die Parteien über die Adresse, nicht über den Namen — Nr. 23 war bis 2026 Rychener, Nr. 29 in der Abrechnung 2014 noch Heinzer.
Nr. 21 bezieht durchgehend am meisten. Bei Nr. 25 ist der Sprung zwischen 2015 (4'529 kWh) und 2016 (9'625 kWh) der grösste der ganzen Reihe.
Am engsten beieinander lagen die Häuser 2023 — zwischen dem tiefsten und höchsten Bezug lagen 2'661 kWh. Am weitesten auseinander 2015 mit 7'292 kWh.
| Adresse | Bezug 12 Jahre kWh | Anteil | Ø pro Jahr kWh |
Ø Ölzeit kWh | Ø Erdsonde kWh | Änderung | Kosten 12 Jahre CHF | Ø pro Jahr CHF |
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So viel Heizöl verbrauchten die fünf Häuser zwischen 2014 und Juni 2023 — bilanziert aus den Tankständen, nicht aus den Lieferungen. Zwei Dinge sind daran bemerkenswert: wie wenig der bewertete Preis mit dem Marktpreis zu tun hat, und wie die Ausbeute je Liter über die Jahre nachliess.
Von 7.45 kWh je Liter 2014 auf 5.51 im Jahr 2022. Über alle Öljahre gerechnet 6.30 kWh je Liter. Ein Teil davon sind Bilanzverschiebungen zwischen den Jahren, der fallende Trend über zehn Jahre ist es nicht.
Wie weit die beiden auseinanderlaufen, zeigt 2022: der Markt stand bei 138.82, die Abrechnung bewertete zu 66.21 — das billige Öl lag noch im Tank. 2015 und 2016 war es umgekehrt. Deshalb taugt die FIFO-Reihe nicht als Preisstatistik, und deshalb rechnet die Hochrechnung in Kapitel 1 mit den Marktpreisen.
Alles, was die Diagramme zeigen, in nachrechenbarer Form. Die Tabellen scrollen seitwärts; die erste Spalte bleibt stehen.
«Preis lt. Abr.» ist der Wert aus der Abrechnung, «Vollkosten» die ehrlichere Zahl. «Wärmekosten» sind Verbrauch plus Fix, also ohne Nebenkosten.
| Jahr | Träger | Verbrauch kWh | Preis/kWh lt. Abr. |
Vollkosten pro kWh | kWh-Kosten total | Fixkosten pro EFH |
Fixkosten total | Wärmekosten pro EFH |
Nebenkosten pro EFH | Nebenkosten total |
Ø Total pro EFH | Total alle 5 | Heizgrad- tage |
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In kWh. 2023 ist die Summe aus Öl- und Erdsondenperiode — der Wärmezähler lief durch.
| Jahr | Nr. 21 Cavigelli | Nr. 23 Stefanovic | Nr. 25 Hausammann | Nr. 27 Tschumper | Nr. 29 Grob | Total |
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Total pro EFH in CHF, also Verbrauchskosten plus Fixkosten plus Nebenkosten — der Betrag auf der Jahresrechnung.
| Jahr | Nr. 21 Cavigelli | Nr. 23 Stefanovic | Nr. 25 Hausammann | Nr. 27 Tschumper | Nr. 29 Grob | Total |
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